Studienfahrt Kroatien

Von Felsstränden, Sonnenbrand und  Zubats – oder eine unvergessliche Studienfahrt


Alles begann an einem klaren Montagmorgen um 5.45 Uhr, als sich 21 müde Jugendliche zur Abreise vor der Schule versammelten. Bald danach rollte unser Bus in Richtung der istrischen Stadt Pula los. Mit jeder Etappe unserer neunstündigen Anreise stiegen Außentemperatur und freudige Anspannung immer weiter an, bis wir unser Ziel, das `Resort Horizont`, erreichten. Nach einer Erkundung der Unterkunft und der meeresnahen Hotelanlage genossen wir unser erstes Abendessen bei wahrlich tropischen Luftverhältnissen, welche viele in der Nacht wachhielten.

Eine kurzfristige Erlösung von diesen täglichen 36°C im Schatten gewährte uns am nächsten Tag der Transfer ins Stadtzentrum Pulas im klimatisierten Bus. Mit Boris unserem heißgeliebten Tourguide zogen wir anschließend durch das römische Amphitheater, um dann zu einer Besichtigung alter römischer Stadtmauern und –tore im Ortskern überzugehen. Unsere Konzentration tropfte dabei mit dem Schweiß minütlich von uns ab, sodass wir heilfroh über die selbstständige Mittagspause waren.
Der nachmittägliche Programmpunkt - ein Besuch in einer Meeresschule - bot im Gegensatz dazu eine erfrischende Abwechslung. Nach einer kurzen Einführung begaben wir uns dort mit Schnorchelmasken ausgestattet in die azurblauen Tiefen einer kleinen Meeresbucht, wo wir in Kleingruppen unter Anleitung der Fachschulmitarbeiter verschiedene Lebensräume durchkämmten. Knapp zwei Stunden lang bewunderten wir so Fische, Anemonen, Krebse und Seeigel (mit welchen manch einer im Vorfeld schon genauere Bekanntschaft gemacht hatte) bis viele sich wünschten, aus dem kühlen Blau wieder in die draußen vorherrschende Hitze zurückzukehren. Raus aus dem Meer und umgezogen setzten wir uns mit den eben gesehenen Tieren, wie beispielsweise der Seegurke, die es vielen besonders angetan hatte, auseinander und untersuchten einen violetten Seeigel unter einer Vergrößerungskamera.

Der nächste Tag hielt für uns eine Rundfahrt über die Halbinsel Istrien unter der Führung des bereits bekannten Kroaten Boris bereit. Während dieser erkundeten wir die Gegend aus allen möglichen Blickwinkeln: Ob von unten in der Tropfsteinhöhle Baredine, vom Wasser des Limski Fjords oder von oben im Turm der Kirche St. Euphemia. Letztere befindet sich im Küstenort Rovinij, in dem wir erneut einen Rundgang unter den Leitmotiven Geschichte und Kultur durchlebten. Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel pausierten wir schließlich noch für die Besichtigung traditioneller Hirtenhütten aus Trockensteinmauern, die das gesamte Landschaftsbild Kroatiens besonders prägen. Höhepunkt dieses Tages war jedoch eindeutig das Spiel „Pokémon Go“, welches ab diesem Tag in Europa erhältlich war und für die meisten ein fester Begleiter für die restliche Zeit der Studienfahrt werden sollte.

Den letzten Exkursionstag widmeten wir, nach einer mehr oder weniger erfolgreichen frühmorgendlichen Jagd nach „Pocket Monstern“ in der Hotelanlage,  erneut eher biologischen Gesichtspunkten. Ein englischsprachiger Naturforscher führte uns dazu im Naturpark Kap Kamenjak in die charakteristische Flora und Fauna der Region ein, wobei wir zwischenzeitlich auch selbst beispielsweise als Kräutersammler zum Einsatz kamen. Dem Meeresrauschen folgend schlugen wir uns dann zur Küste hindurch, wo es ganz besondere Überreste ehemaliger Parkbewohner zu sehen gab: in den kalksteinhaltigen Felsen sind prähistorische Dinosaurierfußabdrücke dokumentiert, welche jährlich Millionen von Touristen anziehen und auch uns sehr faszinierten. Auf dem parkeigenen Bauernhof schlemmten wir anschließend landestypische Cevapcici und Muscheln.
Wieder zurück im Hotel ließen wir unseren letzten Abend ebenso wie die vorherigen zusammen am nahegelegenen Felsstrand mit den Füßen im Wasser und mit Blick auf den Sonnenuntergang ausklingen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die begleitenden Lehrkräfte Frau Boos und Herr Brandl, die uns dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben – es war einfach lovely!

Ronja Linke & Lea Gigou (O11), Fotos: Nicolas Kucera