Schule ohne Rassismus

Das Projekt:

Was ist Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage?

Es ist ein Projekt des AK Mediation, das uns Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, das Klima an unserer Schule aktiv mitzugestalten, indem wir uns bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Es ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Ihm gehören über 1270 Schulen an, die von rund einer Million SchülerInnen besucht werden und unter der Schirmherrschaft der Bundeskoordination in Berlin stehen.

Warum soll das EMG eine Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage werden?

Wir wollen ein Zeichen nach außen hin setzen, dass wir an unserer Schule keine Form von Diskriminierung haben, sowie haben wollen.

Wie wird das EMG eine Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage?

Jede Schule kann den Titel erwerben, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt: Mindestens 70% aller Menschen, die an unserer Schule lernen und lehren (SchülerInnen, LehrerInnen, Hausmeister, Verwaltungsangestellte) verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, sich künftig aktiv gegen jede Form von Diskriminierung an unserer Schule einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßige Projekte, wie zum Beispiel der Infostand am Tag der offenen Tür, zum Thema durchzuführen. Zudem benötigt man eine Projektpaten.

Ein Projektpate? Welche Aufgaben wird dieser haben?

Für solch ein großes Projekt brauchen wir diesen Paten unbedingt, das er uns bei der Ausführung des Projektes unterstützen wird. Wir sind sehr froh, Toni Hofreiter als Projektpaten zu haben.

Über unseren Projektpaten: Anton „Toni“ Hofreiter

Anton „Toni“ Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages und dort seit 2011 Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der grünen Bundestagsfraktion. Zusammen mit Katrin Göring-Eckardt bildet er zudem seit 2013 den Fraktionsvorsitz.

Mit seiner Zusage als Projektpate zeigte der Politiker erneut sein großartiges Engagement in den verschiedensten Bereichen. Wir freuen uns Herrn Hofreiter von unserem Vorhaben überzeugt zu haben und schauen erwartungsvoll auf eine erfolgreiche, gemeinsame Zukunft ohne Rassismus – mit Courage am Ernst-Mach-Gymnasium in Haar!

 

Wie geht es weiter wenn man Mitglied ist?

Was haben wir bereits für dieses Projekt gemacht und was sind unsere nächsten Schritte?

Das EMG ist nun bereits seit knapp vier Jahren Mitglied im Projekt. Jedes Jahr versuchen wir, einen weiteren Schritt zu machen, um die Schulgemeinschaft zu stärken und rassistischen Tendenzen und Ausgrenzung vorzubeugen. Aus diesem Grund besuchen jedes Jahr Schüler die Fortbildung „SOR/SMC Aktivcoach“ in Tutzing, um sich über aktuelle Projekte und Strukturen auszutauschen.

AKTUELL: Was haben wir bereits gemacht? Bericht für das Schuljahr 2016/2017 

Als ein Schüler jüdischen Glaubens aufgrund von Schikanen und Diskriminierung in Berlin die Schule wechseln musste, war die Empörung im schulischen Umfeld sowie in den Medien groß – handelt es sich hierbei doch um eine Partnerschule des Projekts Schule Ohne Rassismus – Schule Mit Courage. Bereits seit drei Jahren sind auch wir Teil dieses deutschlandweiten Vorhabens, das sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und Ungleichberechtigung stellt. Doch wofür steht dieser Titel eigentlich? Wie setzen wir uns gegen Diskriminierung ein und wo haben wir Mut im vergangenen Schuljahr gezeigt? 

Auch wenn stumpfer Rassismus zum Glück kein strukturelles Problem am EMG darstellt, wollen wir ein Zeichen gegen jede Art der Diskriminierung oder Ausgrenzung setzen. Einen kleinen Beitrag konnte hierzu die Autorenlesung „Das andere Leben“ leisten, auf der den 9. Klassen durch den emotionalen Vortrag des Schauspielers Thomas Darchinger ein Einblick in die Biographie und den Leidensweg von Solly Ganor gegeben werden konnte. Fernab vom täglichen Unterricht im Klassenverbund zeigte hier die Darbietung den Schülern auf, wohin fehlende Empathie führen und welche Folgen dies für den einzelnen Menschen haben kann.
Der Februar stand ganz im Zeichen des interreligiösen Dialoges. Nur wenn die Schüler Einblick in andere Wertvorstelllungen und Kulturen erhalten, können religiöse Toleranz und Wertschätzung wirklich gelingen. Aus diesem Grund standen nicht die Unterscheide und Streitpunkte, sondern die Gemeinsamkeiten der Religionen im Mittelpunkt. Die Schüler sammelten anhand verschiedenster Themenbereiche Erfahrungen darüber, wieviel mehr die Gläubigen doch verbindet als trennt.
Die Schüler haben sich jedoch auch gegen jegliche Ausgrenzung von Schwächeren eingesetzt, sei es im Rahmen des AK Sozial, der Spenden für das Hilfsprojekt „Herzenswünsche“ gesammelt hat, oder des Programmes Helpers For Haar, bei dem Schüler an soziale Institutionen vermittelt werden, um einen Beitrag für eine gerechtere und sozialere Gesellschaft zu leisten. Das Ziel des Wahlkurses Patensystem EMG ist es, unsere Neuankömmlinge mit Migrationshintergrund der fünften und sechsten Klassen beim schnelleren und erfolgreicheren Ankommen am EMG zu unterstützen. Die Schüler sollen hierbei nicht nur spielerisch ihre Beherrschung der deutschen Sprache verbessern, sondern auch mehr Einblick in die deutsche und bayerische Kultur erhalten, in die zum Beispiel eine Exkursion zur Ausstellung Typisch München im Stadtmuseum einen Einblick leisten konnte.
Der Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte beschäftigte sich im Rahmen des vom EU-Parlament europaweit ausgeschriebenen Euroscola Wettbewerbs mit dem Thema „Populismus in Europa“ und konnte diesen mit einem selbst recherchierten und gedrehten Filmbeitrag gewinnen. Die Mitglieder werden auf der Reise ins EU-Parlament in Straßburg im November nicht nur die deutsche Delegation stellen, sondern auch wertvolle Erfahrungen über die Funktionsweise der europäischen Volksvertretung und über den Stellenwert der europäischen Wertegemeinschaft sammeln können.
Bereits seit mehreren Jahren wird die Partnerschaft des EMG mit der Partnergemeine Illembula gepflegt und vertieft, auch dort konnten erneut wertvolle Kontakte geknüpft werden, sodass nicht nur eine Delegation aus dem EMG in den Sommerferien nach Afrika fliegt, sondern im kommenden Schuljahr auch Gäste aus Tansania in Haar erwartet werden. 

Die Schüler haben in diesem Schuljahr jedoch auch Courage gezeigt, darunter den Mut zur Begegnung mit behinderten Kindern der Otto-Steiner Schule im Rahmen des P-Seminars Soziale Verantwortung. Das Seminar organisierte einen Abenteuertag und konnte damit ein Zeichen für eine offene, inklusive Gesellschaft setzen.
Auch die Mitglieder der SMV zeigten Courage im vergangenen Schuljahre, indem sie die jüngeren Schulkameraden durch die Arbeit der Tutoren oder des AK Nachhilfe an der Hand nahmen und ihnen auf dem Weg zum erfolgreichen Miteinander an der Schule. 
Wir werden auch weiterhin Mut zeigen, neue Wege zu gehen und uns den Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft zu stellen. Eine Schülergruppe konnte auf der diesjährigen Schülerfortbildung in Tutzing wertvolle Tipps erhalten und Ideen für das kommende Schuljahr sammeln und es sind bereits mehrere Konzepte in Arbeit, darunter ein Projekttag zum Thema „Fake News“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medienpädagogik für die älteren Schüler oder ein „Wertetag“, in dem die Rolle und die Auswirkungen ihres alltäglichen Sprachgebrauchs von den Neuankömmlingen am EMG diskutiert werden soll.

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass eine passive Mitgliedschaft in diesem Projekt alleine nicht ausreicht, sondern dass der Titel Schule ohne Rassissmus – Schule mit Courage jedes Schuljahr wieder erworben, zum Leben erweckt und mit Inhalt gefüllt werden muss.

AKTUELL: Was sind unsere nächsten Schritte (Schuljahr 2017/18)?

Auch im Schuljahr 2017/18 stehen wieder vielfältige Projekte im Rahmen des Programmes an.

Gleich zu Beginn des Schuljahres nahm das EMG an der Juniorwahl 2017 teil. Die vom Wahlkurs Politik und Zeitgeschichte durchgeführte Umfrage zeigte den noch nicht wahlberechtigten Schülern auf eindrucksvolle Weise, dass in einer Demokratie jede Stimme zählt. Das schulische Wahlergebnis spiegelt die gute politische Aufklärungsarbeit und das durchaus vorhandene Geschichtsbewusstsein unserer Schüler wieder.

Mut dazu, sich kennen zu lernen, zeigten die Schüler der 5. Klassen ebenfalls im September, als sie gerade frisch an der Schule angekommen im Rahmen der Kennenlerntage einen wichtigen Schritt dazu unternahmen, zu einer Klassengemeinschaft zusammenzuwachsen. Ein unvergessliches Erlebnis für Gäste und Gastgeber stellte der Besuch unserer Freunde aus Illembula dar. In den gut zwei Wochen konnten die Tansanier einen ein Blick in den Alltag in Deutschland erhalten, die Schulfamilie kennen lernen und die Beziehungen erneut vertiefen. 

Der Kurs des Profilfaches Politik und Zeitgeschichte (12) besuchte im Dezember das EU-Parlament in Straßburg, wobei die Schüler als deutsche Delegation wichtige Einblicke in das Tagesgeschäft der Europäischen Union erhielten und in den regen Austausch mit den anderen europäischen Länderdelegationen treten konnten. Themen wie Migration, Ausgrenzung und Populismus wurden emotional diskutiert.

Der neu gegründete AK Schüler Für Schüler zielt darauf ab, den Neuankömmlingen mit Migrationshintergrund dabei zu helfen, schneller am EMG anzukommen und in die Schulfamilie hineinzuwachsen. Pünktlich zu Weihnachten setzte sich der der AK Sozial für benachteiligte Kinder ein, indem Weihnachtsgeschenke gesammelt, verpackt und verschickt wurden.  In der letzten Woche vor Weihnachten nehmen sich die 8. Klassen Zeit, um ihre Klassengemeinschaft zu stärken und sich gegen Ausgrenzung oder Mobbing zu stellen („Tage der Gemeinschaft“).

Neben der Fortbildung zum Aktivcoach wird im Januar das P-Seminar Narrating History mit den bilingualen Schülern der 9. Klassen einen Ausflug zum Psychiatriemuseum Haar organisieren. Die Schüler konnten Zeitzeugen für ein Projekt zum Thema Euthanasie gewinnen  und werden die bereits begonnene Arbeit der Theatergruppe („Spurensuche“) im kommenden Jahr fortführen und erneut vertiefen. Die Schüler konnten bereits durch mehrere Treffen einen emotionalen Einblick in die Thematik erhalten. Am Tag der deutsch-französischen Freundschaft soll den Neuankömmlingen am EMG nicht nur das Fach Französisch schmackhaft gemacht werden, sondern durch Lesewettbewerbe und Plakate auch die Völkerverständigung mit unseren Nachbarn zelebriert werden.

Ein großes Projekt im Februar stellt der Safer Internet Day dar, der dieses Jahr ganz im Sinne der Medienkompetenz, aber auch der politischen Erziehung im Zeichen von Fake News, Panikmache im Internet und dem Aufkommen von Populismus stehen wird. An diesem Tag werden die sechsten, achten und zehnten Klassen des EMG in Workshops von Schülern wichtige Informationen dazu erhalten, wie sie sich nicht nur sicher im Internet bewegen, sondern auch dazu, wie sie es vermeiden, Populisten auf den Leim zu gehen und unglaubwürdigen Quellen zu vertrauen.  Am Abend werden dann die Eltern dazu eingeladen, von Schülern sowie von Journalisten der SZ und anderen Zeitungen zu selbigem Thema Tipps und Hintergrundwissen zu erhalten. Des Weiteren werden aber auch Workshops von Schülern angeboten, um den Eltern die digitale Welt ihrer Kinder zugänglicher und verständlicher zu machen. Themen wie Altersfreigabe von Spielen, Cybermobbing, Internet Challenges oder auch die Macht von Influencern  werden behandelt werden. Im Anschluss an die Vorträge sollen die Eltern die Möglichkeit erhalten, den Experten Fragen zu stellen, sich auszutauschen und auch Spiele in der Praxis zu erproben. Der Projekttag "Islam und Christentum" wird erneut in Zusammenarbeit mit der Eugen-Biser-Stiftung den interreligiösen Dialog am EMG vorantreiben. Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf dem Themenkomplex „Religion und Gewalt“ liegen.

 Im März wird der Autor Thomas Raufeisen als Zeitzeuge den Schülern der 10. Klassen in einem Workshop das Leben als Dissident in der DDR näher bringen. Der Journalist wurde als Jugendlicher von seinem eigenen Vater, einem Stasi-Spion, in die DDR entführt…

Der Run4Illembula im April bringt hoffentlich wieder viele gelaufene Kilometer und damit viel Geld, um unsere Partnerschule in Tansania zu unterstützen. Auf die Plätze, Fertig, Los!

Weitere Projekte wie der Europatag oder die Berlinfahrt des Wahlkurses Politik folgen im Frühjahr/Sommer.

 

Kontakt

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http://www.schule-ohne-rassismus.org